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THW-Thema
Übung/Ausbildung

Hochwasserschutzübung in Köln-Ost

Der Hochwasserschutz ist in Köln ein ganzjähriges Thema, denn nach dem Hochwasser ist vor dem Hochwasser. Der Ausbildungstag am 18.12.2004? stand daher ganz im Zeichen des Hochwasserschutzes in Köln. Die Helfer des Ortsverbandes Köln-Ost wurden hierzu an modernen Hochwasserstegen und einer mobilen Hochwasserschutzwand ausgebildet. Unter der Leitung von Zugführer Michael Schwarz wurde vom 1. Technischen Zug diesmal wenig Theorie aber viel Praxis zusammengetragen. Um die Anwendung ihrer neuen Produkte in der Praxis testen zu lassen, stellte die Firma Hünnebeck aus Ratingen ihre neuen Produkte zu Übungszwecken kostenfrei zur Verfügung. Gleichzeitig wurden zahlreiche Tipps für die einzelnen Aufgaben gegeben.

 

Zunächst wurde von den THW-Helfern ein Hochwassersteg aufgebaut. Die vorhandenen Bauteile konnten problemlos ohne Werkzeuge zusammengefügt werden, nachdem feststand wie welche Teile zusammen gehören. Komfortabel ist das Resultat für die Benutzer der Stege, da nach Fertigstellung eine ca. 90 cm breite Lauffläche entsteht. So können sogar Rollstühle und Krankentragen über die Stege gefahren bzw. getragen werden. Auch Ausweich- oder Begegnungsstellen mit einer Breite bis zu 210 cm können eingerichtet werden. Rampen können mit einer Steigung von 1 : 10 ebenfalls problemlos erstellt werden. Um die versprochene Variabilität zu erreichen ist allerdings umfangreiches Material erforderlich. Im Einsatzfalle nicht vorhandene Bauteile dürften auch nicht kurzfristig zu beschaffen sein.

 

Nach dem Hochwassersteg wurden die Helfer in die Kunst des Aufbaues einer Hochwasserschutzwand eingeweiht. Zunächst wurden die Stützen aufgestellt, um die bis zu 69 Kg schweren Tafeln einsetzen zu können. Das System funktioniert in ähnlicher Weise wie die herkömmliche Aqua Barrier-Schutzwand. Bei Aqua Barrier werden Stützen aufgestellt, dann Europaletten aufgestellt und mit einer PVC-Folie überzogen. Das System „RASTO“ besteht aus 270 cm langen und 125 cm (Alternativ 62 cm oder 190 cm) breiten und 12 cm-dicken verzinkten Stahlrahmen mit einer eingelassenen 15 mm-dicken Polypropylentafel, die einen Flüssigkeitsdruck von bis zu 60 kN/m² aushält. Die Elemente werden mit speziellen Riegelspannern verbunden. Kurven können nur mit den lieferbaren 22,5°-Ecktafeln erstellt werden. Zum Schluss ist, wie bei der Aqua Barrier eine stabile PVC-Folie überzulegen und (hier mit Zwingen) zu befestigen. 17 Kg-schwere „Lifeline-Sandsäcke“ am Fuß der Hochwasserschutzwand hindern die PVC-Folie daran aufzuschwimmen. Dieser Sandsack ist nicht mit Sand sondern mit Granulat gefüllt, welches sich nicht mit Wasser voll saugt. Die Hülle besteht aus abwaschbarer PVC-Folie. Daher ist eine mehrfache Nutzung lt. Hersteller möglich. Herkömmliche Sandsäcke können ebenfalls verwendet werden.

 

Als Fazit ist festzuhalten, dass die sicherlich stabilere Hochwasserschutzwand von RASTO ihren Zweck erfüllt. Allerdings führt das relativ hohe Gewicht der Tafeln dazu, dass die Einsatzstellen möglichst gut mit Transportfahrzeugen erreichbar sein sollten, um weite Transportwege zu Fuß zu verhindern. Ein Fahrzeugkran zum be- und entladen ist insbesondere bei längeren Hochwasserschutzwänden Kräfte sparend. Immerhin wiegt ein komplettes Element in der Normalhöhe von 125 cm etwa 140 Kg. Damit ist die Versetzung bereits zusammengebauter Wandteile nur mit einem Kran möglich.

 

Die mit dem Radlader getestete Schlauchbrücke der Fa. Hahn Lärmschutz (bis 200 mm Schlauchdicke) hat standgehalten. Die Schlauchbrücke kann soweit verlängert werden, dass auch 2 Schläuche geschützt werden. Einziges Manko, eine Überfahrung der Schlauchbrücke für herkömmliche PKW scheitert an der Rampenhöhe, da Pkws hier aufsetzen werden.

 

Ortsbeauftragter Matthias Breuer und Ausbildungsbeauftragter Karl-Heinz Schönbeck waren mit der Übung hochzufrieden. Zwar sind die Kölner Helfer nun für den nächsten Hochwassereinsatz gerüstet, jedoch herbei reden wollen sie ihn - zum Wohle der Kölner Einwohner - dennoch nicht. Daher blieb der Rhein auch bisher brav in seinem Bett. Folgender Hinweis befand sich auf der Internetseite der Kölner Hochwasserschutzzentrale www.hochwasserinfo-koeln.de: „Der Höchststand dieser zweiten Hochwasserwelle in diesem Jahr wurde am 15.02.05 kurz nach 20 Uhr mit 6,96m K.P. (Kölner Pegel, der Redakteur) erreicht.“

18.12.2004
Von: Peter Oswald
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