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THW-Thema
Übung/Ausbildung

Et kütt wie et kütt

ist ein Spruch in Köln, der aussagt, dass man das Schicksal nicht vorher bestimmen kann. Aber das heißt nicht, dass man sich nicht auf die Eventualitäten vorbereiten kann. So hat die Stadt Köln mit Unterstützung der Kölner Hilfskräfte am 22. und 23. Oktober 2004 am und im Schokoladenmuseum ihr neues Hochwasserschutzkonzept vorgestellt. Am Freitag gab es für interessierte die Darstellung in Form von Vorträgen durch den Leiter der Kölner Hochwasserschutzzentrale Reinhard Vogt und seine Kol-legin Yvonne Wiezcorek zum Thema Risikomanagement. Bei der anschließenden Diskussion kamen auch die Vertreter der Hochwasserinitiative zu Wort. Vorgestellt wurde auch die europaweit einzigartige interaktive Hochwasser-Gefahrenkarte. Damit kann jeder Kölner feststellen, ab welcher Pegelhöhe sein Wohnhaus oder eine Straße gefährdet ist. Möglich ist ein Zugriff auf diese Karte auch per Internet (www.hochwasserinfo-koeln.de dann „Gefahrenkarten“ anklicken). So haben Kölner die Möglichkeit den aktuellen Pegel abzufragen und ggfls. geeignete Vorsorgemaß-nahmen zu treffen. Die Stadt Köln ist übrigens die am meisten von Hochwasser betrof-fene Großstadt Europas und hat 1995 das letzte große Hochwasser mit einem Kölner Pegel von 10,69 m überstanden.

 

Der Aktionstag am Samstag vor dem Schokoladenmuseum wurde unterstützt von THW, Bundeswehr, DLRG, Berufs- und Freiwilliger Feuerwehr. Aber auch einige Hersteller von Hochwasserschutzsystemen und Sandsackfüllmaschinen durften sich hier präsentieren. Die THW-Ortsverbände Köln-Ost und Köln-Porz bauten ein ca. 10 x 15 m großes Becken aus Aqua-Barrier-Elementen auf und befüllten dies mit 2 Tsuru-mi-Pumpen, die schon beim Elbehochwasser eingesetzt wurden. Später wurden die Pumpen dazu zweckentfremdet, um in dem Becken einen Springbrunnen darzustellen. Um das Becken befüllen zu können wurden die Pumpen auf einem (gabelstaplertaugli-chen) Gestell von Gruppenführer Rainer Köster mit dem MAN-Ladekran in den Rhein gesenkt. Für die Tsurumi-Pumpen war die Förderhöhe von über 7 m kein Problem und das Wasser in kurzer Zeit hoch gepumpt. Das Rettungsboot der DLRG wurde auf das frisch eingefüllte Wasser gesetzt. Anschließend wurde der Kran nochmals hoch ausge-fahren und die THW-Fahne gehißt.

 

Neben dem Wasserbecken stellte das THW Köln den MAN-Ladekran auch ein Brand-schutzboot mit einer TS 88-Pumpe der Kölner Berufsfeuerwehr aus. Am Infostand konnten die Besucher sich über das THW und die Mitwirkungsmöglichkeiten als eh-renamtliche Helfer informieren. Neben vielen erwachsenen Interessenten fielen insbe-sondere die ganz jungen Interessenten ab ca. 8 Jahren mit Fragen auf.

 

Die Freiwillige Feuerwehr gab den Kindern Gelegenheit mal einige Sandsäcke zu fül-len und damit etwas Einsatzfeeling zu spüren. Den Sand für die Kinder sowie die Sandsackfüllmaschine, die von der Feuerwehr vorgeführt wurde, brachte das THW.

 

Im Laufe des Tages fiel der Leiter der Kölner Hochwasserschutzzentrale Reinhard Vogt – wie geplant – in das Wasserbecken und ließ sich von seiner Kollegin Yvonne Wiezcorek retten. Diese hatte hierzu eigens ihren Tauchanzug angelegt. Reinhard Vogt trug ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Et kütt wie et kütt“. Dies stellt aber keineswegs die Einstellung der Mitarbeiter der Kölner Hochwasserschutzzentrale dar.

 

Der geplante Abbau der Ausstellung verschob sich unerwartet von 17.00 Uhr auf 20.00 Uhr, da der WDR in seiner Live-Sendung Kölner Fenster noch einen Beitrag über den Hochwasser-Aktionstag bringen wollte. So wurde die Öffentlichkeitsarbeit noch ein wenig ausgedehnt. Nach Drehschluss begannen dann die Hilfskräfte von Feu-erwehr, DLRG und THW mit dem Abbau. Die letzten Kräfte trafen gegen Mitternacht in der Unterkunft ein.

 

Eingesetzt wurden:

• vom OV Köln-Ost

1 MAN-Ladekran mit Ponton und Hänger

1 GKW 1

1 LKW (Kipper)

1 MTW

23 Helfer mit insgesamt ca. 260 Stunden

 

• OV Köln-Porz

1 Unimog

1 GKW 1

1 MTW

10 Helfer mit insgesamt ca. 50 Stunden

23.10.2004
Von: Peter Oswald
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